Archiv für September, 2002
03. September 2002
Namaste !
Nach der gestrigen langwierigen Fotosortiererei sind wir heute trotzdem früh aufgestanden, haben das Update-Ritual durchgeführt, und sind danach zur Shanti Sewa Griha gefahren. Hier hatten wir eine Verabredung mit Krishna, dem Leiter der Einrichtung. Nach einer Führung über die Stationen und durch die Werkstätten verabredeten wir uns für morgen nocheinmal mit Krishna. Dann will er uns einen Aussenposten des Shanti zeigen, in dem weitere Workshops des Projektes (z.B. Bienenzucht, Gemüseanbau) ihren Platz haben.
Übrigens: Matthes hat heute ausnahmsweise mal die Photokamera aus der Hand gegeben….Pause muss sein….
Uwe war woanders:
Die Verabredung um 10:30 mit KP (es geht um Uwe`s per Post nachgeschicktes, und jetzt am Zoll verweilendes 3Band-Handy), um das Handy am Zoll auszulösen, fand (wie immer) etwas später statt. Auf dem Motorad fuhren wir zum DHL-Büro. Dort wurden wir mit allen Papieren und zwei Helfern des Büros ausgestattet, und trafen auf den Zoll am Flughafen von Kathmandu. Hier gings weiter in Sachen Papierkram, Bestechungsangeboten und Falschinformationen, und endete endlich in einem Bittschreiben an den Custom-Chief-Officer, er möge doch bitte das Päckchen Nr.xxxxx zurück nach Deutschland schicken. Das war Papierkram Stufe 2158 bis 5246 und Korruption hoch 10. Dieser Vorgang kann, wenn man Pech hat, allerdings zwischen 6 Wochen und 6 Jahren dauern !! Lasst Euch nichts nach Nepal schicken !!! Nehmt alles gleich mit !!!!!
Am Abend wurden wir von Navin auf seine Dachterrasse eingeladen, um ein wenig “smalltalk” zu machen, und Whisky zu trinken. Ida hat das Sit-In genutzt, um uns zu ihrem Geburtstag am Samstag einzuladen.
Shanti Sewa Griha in Kathmandu

Unser heutiges Ziel ist die Shanti Leprahilfe, oder wie sie hier heisst: Shanti Sewa Griha (Friedens-Dienst-Heim).
Dieses Schild hat uns den Weg gewiesen, denn die Taxifahrer konnten mit “Leprosis-Help” nicht viel anfangen.

In dieser Klinik ist die Behandlung für alle Patienten kostenlos. Neben Leprakranken werden auch alle anderen bedürftigen Menschen aufgenommen.

Am Empfang erklärte uns Krishna, daß die Einrichtung 1992 auf Initiative von Marianne Grosspietsch gegründet wurde.

Durch ihre Arbeit in den Workshops können die Patienten etwas zu ihrem Aufenthalt beitragen und erlangen so ein neues Selbstwertgefühl.

Man versucht durch den Verkauf der hergestellten Dinge (z.B. in Deutschland) einen kleinen Teil des benötigten Geldes selber zu verdienen.

Die Bewohner malen Motive, an die sie sich gut erinnern können…

…und sind nicht an Vorgaben gebunden. Vielmehr lassen sie ihrer Phantasie freien Lauf.

Hier werden Bilderrahmen und Postkarten hergestellt.

Krishna führte uns in einen Raum, in dem die fertiggestellten Produkte präsentiert werden.

Natürlich ist die gesamte Einrichtung mit diesen geschmückt…

…die man so auch im Ganesh-Shop in Dortmund kaufen kann.

Besonders stolz ist man auf den eigenen Garten im Hinterhof,…

…in dem Gemüse biologisch angebaut wird.

Um die Patienten kümmern sich (insg.) 5 Krankenschwestern…

…und 2 CMAs. Wie ihr seht, ist der Tätigkeitsbereich des CMA auch auf zahnärztliche Behandlungen ausgedehnt.

Neben einem Dermatologen gibt es auch einen Allgemeinmediziner….

…der sich um die Patienten kümmert. Dieser Patient wurde übrigens auch in Christas` SKMH behandelt. Die Kooperation der Hilfseinrichtungen funktioniert sehr gut.

Kinder und Jugendliche erhalten Schulunterricht in den wichtigsten Bereichen.

Stolz zeigt Krishna uns die Rötgenapparate.

Der linke (aus Deutschland) sei noch nie defekt gewesen, der rechte hingegen musste mehrmals repariert werden.

Im eigenen kleinen Labor können Blut und Sekrete untersucht werden.

Der Medizinschrank erinnert uns an den des Health-Post.

Die ganz kleinen Kinder brauchen bald nicht mehr auf der Straße spielen,….

…denn bald wird hier der Kindergarten fertiggestellt sein.

Dann können die Mütter ihre Kleinen in die Obhut der Erzieherinnen geben.

Diese beiden Damen leben schon länger im Shanti, und entspannen auf der Dachterrasse.

Zurück in Krishna`s Büro verabreden wir uns für morgen nocheinmal, um die Aussenstation des Shanti in Buddhanilkanta zu besuchen.

Für den Abend wurden wir mit reichlich Informationsmaterial ausgestattet.

So sieht übrigens eine nepalische Apotheke aus.

Abends hat KP uns besucht. Er wollte Internetkrams mit uns besprechen, und ist ab sofort über unserer Startseite zu erreichen (falls jemand mal nach Nepal fahren, und ein Praktikum leisten will).

Auf Navins`s Dachterrasse wurde anschließend gegessen und getrunken. Diese Gelegenheit haben wir genutzt, um etwas mehr über die politische und religiöse Situation in Nepal zu erfahren. Im Laufe des Sit-Ins gesellten sich auch Navin`s Frau und Ida zu uns.
04. September 2002
Guten Morgen Deutschland !
Heute haben wir uns um 11.00 Uhr mit Krishna im Shanti Sewa Griha zum Tee getroffen. Danach sind wir mit seinem Jeep durch den Regen in das 12km entfernte Buddhanilkantha gefahren, und haben uns mit Regenschirmen bewaffnet die Außenstation des Shanti angesehen. Dabei haben wir eine echte 4-wheel Fahrt durch den Matsch der Feldwege der Kathmanduhügel erlebt. Einmal sind wir beinahe umgekippt. Auf dem Rückweg haben wir beim “schlafenden Vishnu”, einer weiteren heiligen Stätte, angehalten. Der König darf diesen Platz nicht betreten, weil er im hinduistischen Glauben als eine der Reinkarnationen Vishnus` angesehen wird.
Naja, zu Hause stand erstmal, wie letzten Mittwoch schon, der große Hausputz an. Im Übrigen haben wir jetzt richtige Matratzen (unser Motto: “weicher schlafen”), und ein zweites Zimmer in Beschlag genommen [Hallo Hillary, hier werden wir auch Dich unterbringen].
Heute haben wir unsere Gastfamilie zum von uns selbstgekochten Essen eingeladen. Freitag ist es soweit. Über KP haben wir von einem Supermarkt erfahren, bei dem man unsere Zutaten (haltbar) erwerben können soll…
LIEBE GRÜßE ZUM GEBURTSTAG AN UWE`S MUTTER…
Der Jung hat sogar mit Navin “Happy Bithday” gesungen…
Shanti Sewa Griha in Buddhanilkantha

Heute ging es also mit Krishna zum Außenposten des Shanti, nach Buddhanilkantha (12km von Kathmandu, mitten im Grünen).

Diese Einrichtung wurde 1994 mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und dem Lions-Club Dortmund erbaut (mit eigener Zugangsstrasse).

Die leitende Krankenschwester empfing uns freundlich am Eingang des Health-Post.

Das Dienstzimmer ist freundlich, hell und zweckmäßig eingerichtet.

Im Behandlungszimmer sind die wichtigsten Dinge zur medizinischen Versorgung vorhanden.

Hier tragen die Patienten zur Versorgung mit medizinischen Materialien bei.

Der große Workshop mit umliegenden Gebäuden

Eine Initiative des Shanti ist “plant more trees”. Mit Spendengeldern kann man einen Baum erwerben, der hier gepflanzt wird, den Namen des Spenders trägt, und von den Bewohnern gepflegt wird.
Die Namen werden in einen Stein gemeisselt, und der Kuppel dieses Denkmals hinzugefügt.

Im inneren des Workshops wird gestrickt, genäht…

…und gewebt. Alle Produkte sind u.a. im Ganesh-Shop in Dortmund erhältlich.

Ein großes Problem stellt die mangelnde und unausgewogene Ernährung von Kleinkindern dar.

Hier werden solche Patienten wieder aufgepäppelt, und die Mütter geschult.

In den viele kleinen Gärten des Geländes…

…bauen die Bewohner verschiedenste Gemüse- und Früchtesorten ökologisch an…

…sogar eigene Bienen werden zum Honiggewinn gehalten.

Diese Hühner legen am Tag knapp 300 Eier. Ein Teil der Produkte wird auf Märkten zum Verkauf angeboten.

Hier werden ein Museum und eine Gästeunterkunft gebaut.

Wie man sieht hat es die ganze Zeit geschüttet.

Die schulische Ausbildung der hier lebenden Kinder wird durch die eigene Schule sichergestellt.


Wenn es nicht regnet, wird hier auch gespielt. Die gelbe Tonne sei besonders beliebt.

…haben sich die Bewohner selber gebaut…


Durch den strömenden Regen machen wir uns auf den Rückweg…

…zu Krishna`s Jeep, denn nur der kommt mit 4-wheel-Antrieb durch den Matsch der “Straßen”.

Dabei haben wir mal wieder einen Zwischenstop bei Vishnu gemacht. Diesmal wollten wir ihn auf den zwölf Erdschlangen schlafen sehen.

Diese Statue soll damals ein Bauer beim Umpflügen seines Feldes gefunden haben. Dabei habe er ihr den kleinen Finger abgeschlagen; Trotzdem beeindruckend…

A propos kuhlinarisch: Navin hat uns mit einem special snack überrascht, gekochte Bohnen aus dem Garten… die waren wirklich lecker… und werden heute Nacht noch Freude verbreiten…

Dann haben wir uns an den dringend notwendigen Hausputz gemacht, und dabei schonmal ein zweites Zimmer (Tür an Tür) beschlagnahmt. An Hillary: Hier wirst auch Du schlafen…

Und endlich haben wir richtige Matratzen…schööööööööööön….
05. September 2002
Moin, Moin,
heute haben wir uns mehr oder weniger frei genommen. Auf dem Programm stand “nur kein Uni-Stress”, und auch “keine Kuhlturpflege”.
Wir haben uns vorgenommen unsere Gastgeber morgen zu bekochen. Das heißt, Matthes und Uwe werden die Kochlöffel schwingen, und Jörch wird das Entstehen, das Verzehren der Mahlzeit, und die Folgen für euch festhalten.
Also ging es heute nachmittag, nach dem üblichen Internetcafebesuch und einem indischen Lunch, zum nötigen Großeinkauf. In Bhatbhateni gibt es den wohl besten Supermarkt Nepals, der auch foreign food führt. Dort erhielten wir was wir für den morgigen Abend benötigen zu Apothekerpreisen.
Zum Dinner wurden wir von Navin auf die Dachterasse eingeladen. Dabei konnten wir endlich auch ein paar Sterne sehen, und haben den Jupiter durch Navin’s Fernglas beobachtet. Mit der gesamten Familie ließen wir den Abend gemütlich ausklingen.
So, bis morgen im wir-in-nepal-Kochstudio.






