Unser Projekt

Das pflegewissenschaftliche Projekt

Ziele und Möglichkeiten

Durch die unterschiedliche Art unserer Ausbildungen im pflegerischen Bereich ergibt sich für uns die Möglichkeit, „Pflege in Nepal“ aus drei verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Durch bisher geknüpfte Kontakte zum Nepal Medical College und den dort seit 1998 laufenden Projekten zu family health care und primary health care , häufig auch als community care bezeichnet, in der Region Kathmandu-Tal, möchten wir die Form der dortigen häuslichen Pflege dokumentieren. Hierbei werden sich unsere unterschiedlichen Schwerpunkte aufgrund unserer verschiedenen Ausbildungen auf folgende Fragen konzentrieren:

  • Wie gestaltet sich die Pflege alter Menschen im häuslichen Bereich, und welche Unterschiede zeigen sich in der Pflege durch Angehörige und professionelle Helfer im Vergleich zum deutschen Versorgungsmodell?
    (Matthias Menne Altpflg.)
  • Welche Rolle hat die Pflege psychiatrisch erkrankter Menschen in der häuslichen Umgebung, und wie wird mit psychiatrischen Erkrankungen umgegangen? Gibt es religiöse Deutungen in einer von Mythen und strenger Gläubigkeit geprägten Gesellschaft?
    (Uwe Gutsch Fachkrpfl. f. Psych.)
  • Wie gestaltet sich die Pflege und Rehabilitation akut oder chronisch Kranker in der häuslichen Situation, und mit welchen Belastungen haben dortige Angehörige oder professionelle Helfer zu rechnen?
    (Jörg große Schlarmann Krankpflg.)

Wir hoffen auch über die Mitarbeiter des Nepal Medical College und einer deutschen Pflegedirektorin in Kathmandu die schwierige Hürde des häuslichen Kontaktes zu überwinden. Wir planen dafür zwei Wochen Eingewöhnungs- und Kontaktentwicklungszeit ein, die wir aller Voraussicht nach in einer Familie verbringen werden. Anschließend sind vier Wochen für die unmittelbaren Kontakte vorgesehen.

Das kulturelle Projekt

Das Auslandspraktikum bietet uns die Möglichkeit, uns mit anderen Kulturen und ihren Werten auseinander zu setzten. In Nepal treffen unterschiedlichste Kulturen aufeinander, die durch eine vielfältige Symbolik geprägt sind.
Über die in der Literaturliste aufgeführten Quellen war es uns bereits im vorhinein möglich, uns mit der Geographie, den unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, den vielen Kulturgütern und vor allen Dingen mit den beiden Hauptreligionen Nepals, Hinduismus und Buddhismus, eingehend zu beschäftigen.
Besonders beeindruckend fanden wir, dass es gerade in Kathmandu zu einer Religionsverschmelzung kommt. Es ist anscheinend nicht ungewöhnlich, eine hinduistische Statue in einem buddhistischen Tempel vorzufinden.
Es ist schon faszinierend, alleine nur das Bildmaterial der Tempel, Statuen und anderen Sehenswürdigkeiten zu betrachten. Es macht den Anschein, und wird in der Literatur auch so beschrieben, als gleiche Kathmandu einem übergroßen Museum. Schon vor 200 Jahren äußerte sich der englische Autor Kirkpatrick hierzu wie folgt: „Das Tal besteht aus ebenso vielen Tempeln wie Häusern, aus ebenso vielen Figuren, wie man Menschen dort findet.“ (Prakash, Kathmandu, Nepal Travel Infos für Abenteurer, 1987)
Da es die begrenzte Zeit unseres Aufenthalts nicht erlauben wird all diese Kulturgüter zu dokumentieren, haben wir uns für das aus unserer Sicht interessanteste entschieden.

Es handelt sich um den einzig spezifisch buddhistischen Architekturtypen in Nepal, den massiven, skulpturenhaften „Stupa“.
Unsere kulturelle Fragestellung lautet daher: „Dokumentation und Vergleich von sieben Stupas in und um Kathmandu.“

Hierbei ist es unser Ziel, diese Denkmäler in Form eines 15 -30minütigen Films zu dokumentieren. Dieser wird nach unserer Rückkehr professionell überarbeitet. Außerdem ist geplant, eine Fotoserie mit beschreibenden und vergleichenden Begleittexten zu erstellen.

Wir hoffen schon in den ersten zwei Wochen über unsere Kontakte viele Hintergrundinformationen hinsichtlich der Standorte, der Bedeutung und der Geschichte der einzelnen Stupas zu erhalten.

Um die Umsetzung des Projekts strukturiert und effektiv zu gestalten, haben wir uns entschieden eine klare Arbeitsaufteilung vorzunehmen.

Uwe Gutsch: Routenplanung, Tagesstruktur, Fotografie

Matthias Menne: Film, Datenrecherche

Jörg große Schlarmann: Fotografie, EDV-Nachbearbeitung

Die endgültige Überarbeitung des Filmmaterials, und die Auswahl und Zusammenstellung des Fotomaterials, wird nach unserer Rückkehr in gemeinsamer Arbeit vorgenommen.

Unser Vorhaben obliegt einer großen Verantwortung. Es wird vor allen Dingen wichtig sein, dass wir uns an die Kultur und die Gegebenheiten anpassen, denn es ist uns bewusst, dass wir durch unser Verhalten während des Aufenthalts in Nepal Spuren und Reaktionen hinterlassen werden. Die innere Bereitschaft zur Unvoreingenommenheit erleichtert unserer Meinung nach wesentlich die Annäherung an fremde Gegebenheiten.

 

Kommentare

Keine Kommentare bisher.

Hinterlasse einen Kommentar

 
(wird nicht veröffentlicht)
 
 
Kommentar